Milchzahnendodontie

Bei Milchzähnen ist die Zahnpulpa, der “Zahn-Nerv”, deutlich größer als bei bleibenden Zähnen. Das führt schon bei kleineren Defekten zu einer Infektion der Pulpa.

Wird der Zahn jetzt einfach gefüllt, stirbt die infizierte Pulpa häufig ab und es gibt wegen der toten Pulpareste eine Entzündung unter der Zahnwurzel, die schnell eine schmerzhafte Schwellung bis hin zur “dicken Backe“ verursacht.

Ein Weg dieses zu vermeiden, ist die Entfernung des infizierten Teiles der Pulpa, die Pulpotomie, oder die Entfernung der ganzen Pulpa, die Pulpektomie. Beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile und müssen jeweils sehr differenziert eingesetzt werden. Selten kann es dennoch zu einer Entzündung kommen und der Zahn muss trotz aller Bemühungen entfernt werden.

In vielen Fällen werden Milchzähne immer noch einfach “aufgebohrt“, und offen gelassen, als ”Platzhalter“. Leider führt das zu einer chronischen Infektion an der Wurzelspitze, und damit oft zu Problemen an den darunter liegenden bleibenden Zähnen. Der aufgebohrte Zahn verfault meistens, ist ein Schlupfloch für die Kariesbakterien und taugt wegen des Zahnsubstanzverlusts noch nicht mal als Platzhalter.

Aufbau eines Zahnes
Die Pulpa
Die Pulpa befindet sich im mitten im Kern des Zahnes in einem Hohlraum (Pulpenkammer), umschlossen von Dentin. Sie besteht aus Blutgefäßen, Nervenbahnen, Bindegewebe und Zellen zur Dentinbildung.

Bevor Milchzähne oder bleibende Zähne in die Mundhöhle durchbrechen, bilden die Zellen der Pulpa Dentin und Schmelz. Dies ist ein komplexer Vorgang, der sehr empfindlich auf Störungen reagiert.

Liegt z.B. ein Kalziummangel bei der werden Mutter, dem Säugling oder dem Kleinkind vor, kann es zu Mineralisationsstörungen kommen. Und je weniger Kalzium und Fluor in den Schmelz eingebaut werden kann, desto geringer könnte die Widerstandsfähigkeit des späteren Zahnes sein.
Infografik: Aufbau eines Zahnes